Kalligraphie „Die Kunst des Nichthandelns“

Youfagong hat, wie viele andere Qigongsysteme eine lange Tradition. So wurde Youfagong bereits in Sun Simiaos Werk „Rezepte, die tausend Goldstücke wert sind“ beschrieben, wie innen aufkeimende Bewegung nach außen dringt.

Im System „Qigong Yangsheng“ von Professor Jiao nimmt Youfagong eine Schlüsselstellung ein. Als Schmelztiegel aller Übungsformen ist es einerseits Basisarbeit, eine Voraussetzung für ein gutes Übungsniveau, andererseits ist es eine Übung zur Vervollkommnung bereits gelernter Formen.

Diese Methode, die eigentlich keine ist, weil es keine Anleitung zu Bewegungen irgendwelcher Art gibt, heißt mit vollem Namen Youfa shunshi suikong jundong gong. Dies bedeutet: Durch geistiges Anlocken und Reizen, aus dem Verborgenen sichtbar werdende Bewegung, die voller Natürlichkeit fließt, der man keine Widerstände entgegensetzt, ihr lediglich mit Achtsamkeit folgt und damit auch ihre Kraft und Ausdehnung kontrolliert.

Das Prinzip, das dieser Übung zu Grunde liegt kennen wir auch beim Taiji Quan: Das xinyi-qi-li, die drei inneren Verbindungen; das durch den Herzgeist (Bewusstheit, Vorstellungskraft) gelockte Qi, gibt Impulse an Nerven- und Muskelzellen und setzt den Körper in Bewegung.

Youfagong kann im Liegen, Sitzen und Stehen geübt werden. Voraussetzungen sind: Entspannung, Achtsamkeit und die Bereitschaft, sich einzulassen, geschehen zu lassen.

 

© Kalligraphie von Li Hechun, „Die Kunst des Nichthandelns“