Taiji Quan ist von seinem Ursprung her eine aus China stammende Kampfkunst. Der Name setzt sich aus zwei Begriffen zusammen:
Taiji bedeutet, wörtlich übersetzt, "das höchste Letzte", "das erhabene Letzte" und meint auch den Firstbalken, der ein Dach in zwei Hälften teilt. Die Vorstellung, dass die von der Sonne beschienene Hälfte im Tagesverlauf im Schatten liegen wird und umgekehrt, führt uns auf die Spur des steten Wandels, dem "Yin und Yang", dessen Symbol auch als Taiji - Zeichen benannt wird.
Quan, das mit Faust bzw. Faustkampf übersetzt wird, sollte allerdings nicht zu wörtlich verstanden werden. Gemeint sind Selbstverteidigungstechniken, die, im Unterschied zu Anwendungen mit dem Schwert (taiji qian) oder mit dem Säbel (taiji dao), mit bloßen Händen ausgeführt werden.
Im Rahmen von Wushu, dem Sammelbegriff aller chinesischer Kampftechniken, wird Taiji Quan der Kategorie "Innere Schule der Kampfkünste" zugeordnet. Diese "Innere Schule" hat ihre Wurzeln in den daoistischen Klöstern des Berges Wudang in Hubei. Sie verbindet (äußere) Selbstverteidigungstechniken mit Methoden des Qigong, dem Lenken von Energie durch den Körper mittels Konzentration und Vorstellungskraft.
In China und auch im westlichen Kulturkreis wird Taiji Quan heutzutage vorwiegend aus gesundheitlichen Gründen praktiziert. Langsame, natürliche Bewegungsformen und sanft korrigierende Arbeit an der Haltung hin zur Natürlichkeit, fördern allmählich die Verfeinerung der Körperwahrnehmung. Sie ermöglicht es, Fehlhaltungen, Verspannungen sowie spannungsfördernde äußere Einflüsse im alltäglichen Leben früher und deutlicher zu empfinden. Mit gezielten Übungen und vorbeugenden Maßnahmen kann dadurch rechtzeitig entgegengewirkt werden.
Taiji Quan verlangt ein hohes Maß an geistiger Präsenz. Die gedankliche Fokussierung auf Haltestruktur, Bewegungsablauf und Energielenkung fördert die Entspannung ebenso, wie sie geistige und körperliche Prozesse anregt.
Die gesundheitsfördernde Wirkung ist mittlerweile auch im Westen unbestritten. Sie erfährt zunehmend Anerkennung im Bereich der Krankheitsvorbeugung, als begleitende Maßnahme zu therapeutischen Verfahren, bei spezifischen Krankheitsbildern und in der Rehabilitation.
Die Teilnahme an Taiji Quan -Kursen wird von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des Präventionsgesetzes finanziell unterstützt.
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