Liuzi jué

Bei der Sechs-Laute-Methode handelt es sich um eine Übungsform, in der die Atmung in Kombination mit sechs verschiedenen Lauten im Mittelpunkt steht. Diese Methode ist unter zahlreichen Namen bekannt und wird in vielen unterschiedlichen Varianten geübt.

Kultivierung und Lebensverlängerung

Eine sehr frühe Erwähnung der Sechs-Laute-Methode findet sich in den von Táo Hóngjing (456 – 536) kompilierten „Aufzeichnung über die Kultivierung der ursprünglichen Natur und die Lebensverlängerung“ (Yang xíng yánming lú). Darin heißt es: „Es gibt eine Art der Aufnahme von Qi und sechs Arten des Auswerfens. Die Aufnahme des Qi besteht im Einatmen; die sechs Arten des Auswerfens werden bezeichnet als xu, he, hu, si´, chui, xi, bei denen jeweils ausgeatmet wird.

Spezifische Laut-Artikulationen

Die Besonderheit der Sechs-Laute-Methode besteht darin, dass durch die spezifischen Laut-Artikulationen bestimmte Entspannungs- und Anspannungszustände sowie Vibrationen erzeugt werden. Diese rufen Resonanzschwingungen hervor, die auf entsprechende Körperbereiche und Organe, aber auch auf den gesamten Körper wirken. Dadurch können der Fluss von Qi und Xue („Blut“) in den Leitbahnen reguliert und Störungen günstig beeinflusst werden.